Mittwoch, 9. Juni 2010

Staun, Staun!

Dass der Reifendruck eine wichtige Grösse für das Fahrverhalten und den Benzinverbrauch eines Autos sind, lernt man in der Fahrschule. Dass der Reifendruck im Gelände darüber entscheidet, ob man steckenbleibt, weiterkommt oder einen Reifenschaden erleidet, gehört zum Einmaleins jedes 4WDers (four-wheel drivers). Ein gutes Manometer und eine Pumpe resp. ein Kompressor gehören zur must-have-Ausrüstung.

Mit reduziertem Druck wird die Aufstandsfläche der Reifen nicht nur etwas breiter sondern vor allem länger und kann sich mehr als verdoppeln.

Haben die Reifen nicht genügend Traktion, ist die erste Handlung das Überprüfen des Reifendrucks.

Wir sind mit dem T-Rex auf Strasse und Autobahn mit 2.6 bar (vorne) und 2.4 bar (hinten) unterwegs; auf Pisten und steinigen Wegen mit 1.7 / 1.4 bar; und auf Sand je nachdem mit 1.2 bar, 1 bar, in Extremsituationen noch weniger. Der Druck variiert mit der Temperatur, was von kalten zu warmen Reifen 0.2 bar oder mehr ausmachen kann.
 
Oft passt man den Druck an einem Tag mehrfach an. Bereits das Ablassen des Druck an allen Rädern dauert meist mehr als 5 Minuten und ist ein ständiger Wechsel zwischen Ventil-Öffnen, ziiiiiiiisch, Druck-Messen, Ventil-Öffnen, ziiiiiiiisch, Druck-Messen, ... oh ... zu viel. Mit einem zweiten Manometer liesse sich die Zeit halbieren. Noch praktischer geht es mit den tyre deflators von Staun.

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Im braunen Kunstlederetui kommen vier Deflators wie ganz rechts im Bild gezeigt, links davon ein zerlegter. Die Vorspannung der Feder wird mit der drehbaren Kappe eingestellt, die danach mit einer Mutter gekontert wird. Skala gibt es keine – man bringt mit dem Manometer einen Reifen auf den gewollten Druck, stellt einen Deflator auf hohen Druck ein, schraubt ihn aufs Ventil und dreht so lange an der Kappe, bis er gerade zu öffnen beginnt. Die Deflators sind ganz in Messing gefertigt und kosten um die AU$ 70.


Der richtige Druck kann übrigens lebensrettend sein: In Australien wird die Geschichte eines deutschen Ehepaars herumgeboten, die im Outback mit einem gemieteten 4x4-Auto im Sand steckenblieben. Nach längeren fruchtlosen Versuchen, das Fahrzeug freizukriegen, machte sich die Frau mit 10 Litern Wasser zu Fuss auf den Weg zum letzten Roadhouse, 40 km oder so, der Mann blieb beim Wagen. Die Frau kam ums Leben, der Mann wurde gefunden. Die Rettungskräfte sollen — so die Erzählung — kurz etwas geschaufelt und den Reifendruck aller Räder reduziert haben, und seien dann mit dem Auto einfach rausgefahren.

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